Der Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026 wurde Karl Deisseroth, Peter Hegemann und Georg Nagel «für ihre Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und zur Optogenetik» verliehen. Ihre Arbeit ermöglicht es der Forschung, zu untersuchen, wie Nervenzellen Erinnerungen, Emotionen und Verhalten prägen, und kausale Zusammenhänge zwischen neuronaler Aktivität und Verhalten zu überprüfen.
Karl Deisseroth verwandelte diese Entdeckung in eine Art Fernbedienung für das Gehirn. Indem das Gen für Channelrhodopsin in Nervenzellen eingebracht wird, können Forschende bestimmte Neuronen auf Lichtblitze reagieren lassen. Andere lichtempfindliche Proteine bewirken das Gegenteil und schalten die Zellen ab. Feine Lichtfasern übertragen die Lichtimpulse mit einer Präzision von oft nur wenigen Millisekunden. So lässt sich beobachten, was geschieht, wenn eine bestimmte Gruppe von Neuronen aktiviert oder gehemmt wird. Damit können Forschende jene Schaltkreise im Gehirn untersuchen, die an Bewegung, Gedächtnis, Depression, Parkinson, Sucht und Angst beteiligt sind. Die Optogenetik verbindet Molekularbiologie, Genetik, Optik und Verhaltensneurowissenschaften und schlägt so eine Brücke zwischen den Vorgängen in einer Nervenzelle und dem Verhalten.
Lesen Sie mehr über Karl Deisseroth und die beiden weiteren Preisträger Peter Hegemann und Georg Nagel in der Pressemitteilung zum Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026.
Filmstill aus dem Filmporträt über Karl Deisseroth.
Imagining Science/ HSLU, 2017
2017 beauftragte die NOMIS Foundation Imagining Science (damals mit Sitz an der HSLU) mit der Produktion eines Filmporträts über Karl Deisseroth anlässlich seiner Auszeichnung mit dem 2017 NOMIS Distinguished Scientist Award. Der Film entstand im Rahmen der Imagining Science Film Masterclass und wurde von Studierenden realisiert.
2022 erhielt Svante Pääbo, ebenfalls ein Preisträger des 2017 NOMIS Distinguished Scientist Award, den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin. Sehen Sie sich das von Imagining Science produzierte Filmporträt über Svante Pääbo an.
Weitere Filmporträts von Imagining Science über Preisträgerinnen und Preisträger des NOMIS Award finden Sie auf imaginingscience.eu.